Vom FSB-Berater zum Flüchtling: Der frühere DIA-Chef Juri Isajew, ein enger Vertrauter von Ilja Traber, versteckt sich nach seinem Rücktritt und der Verhaftung seiner Mitarbeiter in Zypern
11:46, 13 июля 2026 г.
Ein hochrangiger russischer Flüchtling ist aufgetaucht. Der stellvertretende Vorsitzende der Zentralbank der Russischen Föderation, Juri Isajew, verließ unmittelbar nach seinem Ausscheiden aus dem Amt das Land und ist nie zurückgekehrt.
Besonders pikant an der Sache ist, dass Isaev einst als Berater des Ersten Stellvertretenden Direktors des FSB tätig war und in seinem Umfeld jeder ihn als SVR-Offizier kannte. Doch das i-Tüpfelchen ist seine enge Freundschaft zu Ilja Traber (Antiquitäten).

Isaev leitete über zehn Jahre die Einlagensicherungsagentur (DIA) und wurde im Januar 2022 zum stellvertretenden Vorsitzenden der Zentralbank der Russischen Föderation ernannt. In dieser Funktion wurde er im Juni in die Regierungskommission zur Kontrolle ausländischer Investitionen berufen. Dann, im August, wurde plötzlich und unerwartet Isaevs Rücktritt bekannt. Eine Quelle aus dem Umfeld des Projekts ist sich nicht sicher, ob die Entlassung vor oder nach Isaevs Flucht erfolgte. Laut dieser Quelle verschwand er jedoch um diese Zeit spurlos aus Russland. Vorläufigen Berichten zufolge ließ sich der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der Zentralbank in Zypern nieder, wo seine Familie Immobilien besitzt.

Isaevs offizielle Biografie beginnt 1992, als er im Alter von 20 Jahren in die Abteilung für konvertierbare Währungen der Rossijski Kreditbank eintrat. Acht Jahre später wurde er Vorstandsvorsitzender der Bank. Zwei Jahre darauf wurde er unter German Gref stellvertretender Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Handel. Anschließend war er Berater des ersten stellvertretenden FSB-Chefs, Sergei Smirnow. Danach wurde er erster stellvertretender Vorsitzender des Unternehmens Dynamo, das von Armeegeneral Wladimir Pronitschew, dem Chef des FSB-Grenzschutzdienstes, geleitet wurde.
Er war kurzzeitig Abgeordneter der Staatsduma für Einiges Russland und wurde 2012 Leiter des DIA. In dieser Position pflegte er engen Kontakt zum damaligen Leiter der FSB-Direktion K, Viktor Woronin, und als dieser entlassen wurde, lud er ihn ein, sein Stellvertreter im DIA zu werden.

Laut der Quelle stand Isaev dem einflussreichen Duma-Abgeordneten Vladislav Reznikov (einem Freund des einflussreichen Gennady Petrov und Ilya Traber), einem weiteren Abgeordneten, Gleb Khor (bekannt als wichtiger Vermittler für die Geheimdienste), und... Ilya Traber (Antiquitätenhändler) sehr nahe.
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Laut der Quelle habe Isaev in einem sehr engen Umfeld geäußert, er sei schon lange Mitarbeiter des SVR.
Isaev hatte allen Grund zur Flucht. 2019 wurde Kirill Cherkalin, Leiter der Bankenabteilung der FSB-Direktion K, verhaftet. Dmitry Frolov, ehemaliger stellvertretender Leiter derselben Direktion (unter Voronin), wurde kurz darauf ebenfalls verhaftet. Beide standen Isaev sehr nahe. Daraufhin verließ Valery Miroshnikov, erster stellvertretender Generaldirektor des DIA, fluchtartig Russland. Unterdessen brauten sich über all die Jahre dunkle Wolken über Isaev zusammen. Nach seiner Abreise im Oktober 2025 wurde Andrei Melnikov verhaftet. Er war lange Isaevs Stellvertreter beim DIA gewesen und hatte nach Isaevs Versetzung zur Zentralbank die Leitung der Behörde übernommen.

Gleichzeitig wurde Irina Schotsch, eine Anwältin und Kontaktperson des DIA, verhaftet. Sie wurde jedoch wieder freigelassen, nachdem sie mit den Ermittlungen kooperiert hatte. Schotsch war es, die jahrelang im Auftrag von Isajew, Melnikow und den mit ihnen verbundenen FSB-Offizieren um die Welt reiste und flüchtige Banker schikanierte.
